Oft werde ich gefragt, wie machst du deine Bilder, wann machst du die, wie gehst du vor, welche Einstellungen verwendest du. Das sind natürlich nur ein Teil der Fragen. Jetzt dachte ich mir, ich berichte einfach mal von meinem letzten Ausflug.

(An der Stelle. Es ist mein erster Versuch eine Art Fotostory/Reisebericht, oder wie auch immer man das nennt, zu schreiben. Dazu kommt, Deutsch in der Schule war nie so mein Ding. Deshalb an der Stelle, Sorry Herr K. falls sie das lesen. Aber sie waren ein super Typ. An alle anderen die großen Wert darauf legen, bitte ich um Entschuldigung, aber Beschwerden bitte an Herrn K. richten )

Grundsätzlich ist es bei mir so, dass ich im Kopf ständig am planen bin, ständig den Wetterbericht im Auge behalte, ständig überlege wo könnte man hinfahren.
Für Deep Sky und Milchstraße sind aber nur die Tage vor und nach Neumond wirklich interessant. Gibt es in diesen Zeitpunkt jetzt noch gutes Wetter, muss man einfach los.

 

Für mich gibt es ein paar unterschiedliche Konstellationen, wann ich fotografieren gehe

– Kamera in die Tasche und schnell das aktuelle Wetter nutzen (man wacht um 4 morgens auf, sieht Sterne, schnappt sich die Tasche und fährt los)
– Gutes Wetter kündigt sich an und man plant einen Spot der etwas weiter liegt.  (z.b. Burg Eltz)
– Plötzlicher klarer Himmel und man baut im Garten auf (Deep Sky)
– Mit dem WoMo auf Deep Sky Tour (was ich hier im Bericht mal detailliert dokumentiere)

 

Die Planung

Die Planung beginnt immer ein paar Tage vorher, wenn das Wetterradar und die Mondzeit auf Grün stehen. Sprich, wir haben Neumond und die Wetterberichte versprechen Clear Sky (CS). Dann heißt es im ersten Schritt, Wohnmobil bereitmachen.

Leider ist es nicht so, dass man wirklich ganz spontan loszufahren kann. Zumindest nicht für mich. Gerade bei der DeepSky Fotografie brauche ich jedes Ampere an Stromkapazität. Vor allem im Winter. Deshalb muss ich es ordentlich mit Strom versorgen und die Batterien aufladen. Das ist aber in einem Mehrfamilienhaus, an der Hauptstraße nicht so ohne weiteres möglich. 

Wohnmobile sind bei uns leider auch nicht gerne gesehen. Die Leute beschweren sich sogar während des Beladens. Auch hatte ich schon ein Beschwerdebrief des Vermieters im Briefkasten. Nachbarin bekommt Schnappatmung, da ich mir erlaubt habe eine Stunde Strom im Keller zu klauen.  Knollen, weil man wenige cm über der Linie steht, steht man korrekt, bekommt man es zerkratzt. Leider wenig Akzeptanz und Toleranz gegenüber Campern.  

Ich wollte also morgens mit dem Womo auf die Arbeit fahren. Dort ist Platz, Zugang zu Strom und niemand der meckert.  (Nicht ganz, Knollen gab es auch hier, weil man aus Rücksicht auf die Nachbarn ein Stück vor der eigenen Einfahrt steht )

Die erste Hürde allerdings…. die Scheiben waren komplett vereist.  War sicher ein lustiges Bild wie ich versuchte mit einem normalen Kratzer bei einem 3m hohem Fahrzeug die Scheiben frei zu kratzen.  Nach ca. 15min mit springen, waren sie es dann auch endlich. Kaum losgefahren, fing es plötzlich an zu schneien, unangekündigt und mal so richtig ordentliche Brummer. So ein Mist, und dass ohne Winterreifen. Ich also rechts rangefahren, Auto abgestellt. Vernunft geht vor!
Nach Hause gelaufen, normales Auto geholt und ab ins Büro. 3 Stunden später war wieder alles frei. Ich wieder nach Hause, Auto abgestellt, zum WoMo gelaufen und damit wieder ins Büro.

Endlich Strom!

Zum Glück brauchte meine Mutter ihr Auto abends nicht mehr, so konnte ich mit ihrem Auto heimfahren und auch so morgens wieder ins Büro. (Meine Mutter wohnt über meinem Büro) Am nächsten morgen dann umgekehrtes Spiel. Mit dem Auto von der Mutter ins Büro, arbeiten, dann um 14 Uhr Feierabend gemacht und ab ins Wohnmobil.
Das tolle, jetzt fängt man langsam an, sich richtig zu freuen und es hat ein leichtes Feeling, als würde man in den Urlaub fahren.
Für mich war dieser Trip ja auch in doppelter Hinsicht wichtig. Ich wollte es mal ausgiebig testen, wie verhält sich das Mobil bei eisigen Temperaturen, wird es warm, wie lange hält der Strom usw.,  schließlich vermieten wir ja auch das Mobil und da muss man alles kennen und auch alles sollte funktioneren.

 

Das muss übrigens alles noch ins Womo

Jetzt hieß es, letzte Vorbereitungen treffen. Einkaufen, Sachen packen, paar Serien aufn Laptop spielen, WoMo beladen und wenn alles rund läuft noch ein kleines Nickerchen. Erfahrungsgemäß wird es nämlich eine Nacht ohne echten Schlaf.

Die Einkäufe (Getränke, was zum Abendessen und Frühstücken, ein bisschen was zu knabbern für Nachts…. ach ja…. Bier natürlich auch, waren schon im Wohnmobil)

 

 

 

Ganz wichtig auch. Jetzt entscheide ich mich, welche Projekte ich vorhabe. Es macht einfach Sinn, sich vorher damit zu beschäftigen, was man vorhat. Es nimmt einem einfach etwas den Druck, man geht entspannter dran und es erspart natürlich Zeit.
Ich nutze dazu übrigens die kostenlose Software Stellarium. Gibt es sowohl als App, als auch als Desktop-Anwendung.  Das gute, vor allem für Deep Sky, man kann dort seine Kamera Daten und Brennweite hinterlegen und weiß somit genau was alles mit aufs Bild kommt. So merke ich mir markante Sternkonstellation oder mache einen Screenshot und kann so vor Ort genau die Auswahl vornehmen um das aufs Bild zu nehmen, was auch drauf soll. Gibt nämlich nix blöderes, wenn nachher das Objekt der Begierde nur halb drauf ist.

 

Hier mal eine Auflistung von meinen Vorhaben: (Detailliert dann weiter unten)
1. Deep Sky mit dem Teleskop: M78 / IC 2087 / M101
2. Nachgeführtes 360 Grad Panorama
3. Widefield von der Polaris Region und Orion
4. Startrails
5. Die erste Sommer-Milchstraße

 

Ich weiß, ich habe mir da viel vorgenommen, aber wenn CS ist, dann muss alles was einen Sensor hat, rund um die Nacht arbeiten. Zum Glück gibt es da keine Gewerkschaften, so muss ich denen keine Pause gönnen. 

 

Die Fahrt

Was für die Planung natürlich noch wichtig ist, wann fährt man los. Da ich den Platz kannte wo ich hinfahre, musste ich nix suchen. Ich wusste, dass es ab 19:20 Uhr astronomisch Dunkel sein wird. Es empfiehlt sich immer, etwas früher dazu sein. Man will ja jede Minute mitnehmen und das aufbauen nimmt ja auch noch Zeit in Anspruch. Und es soll ja auch kein Stress werden, sondern Spaß bringen.

Endlich ging es los. Mein Ziel lag in der Nähe von Winterburg (Bad Kreunach). Das ist so das dunkelste was ich so innerhalb von einer Stunde erreichen kann. Den Platz hatte ich mir irgendwann mal über Tag gesucht. Er liegt zwischen den Ortschaften, ist relativ hochgelegen, ich komme gut mit dem Wohnmobil hin, störe niemanden und ganz wichtig, ich habe Sicht in alle Richtungen.

Wenn du auch fotografierst kennst du das sicher, es geht selten alles glatt. Ich so auf die Autobahn und einfach typisch für Deutschland und immer das gleiche…. STAU…… wie ich das hasse. Ich gehöre zu denen, die dann gerne andere Wege suchen. Ich mal Google Maps befragt und sie da, es gibt eine Alternative Route. Die Gute Stimmung war wiederhergestellt, dann kam noch dazu, sie Strecke über die Bundesstraße war sehr ansprechend. Da muss ich mit dem normalen Auto oder Fahrrad mal nach Spots suchen. 

Dann ca. 5km vor dem Ziel. Baustelle und Schilder, dass man nicht weiterkommt. Du kennst das sicher, meistens kann man doch irgendwie durchfahren. Tja, leider nicht in diesem Fall. Straße war wirklich gesperrt. Dann wurde es auch als dunkler. Das war übrigens diese Art an Sperrung die einen Umweg von knapp 30 min mit sich brachte.

Am Ziel kam ich dann natürlich auch erst im Dunkeln an. Dann der nächste Schlag. Holz Holz und noch mehr Holz. Riesen Baumstämme die auf meinem Platz lagen. Frechheit, und keiner hat mir Bescheid gesagt! Zum Glück wurde ein kleiner Weg freigelassen sodass ich mich da durchmanövrieren konnte. Man muss da einfach flexibel sein!

Jetzt hieß es Gas geben und loslegen!

 

Meine Projekte für die Nacht

Ich habe mir jetzt überlegt, ich schreibe nicht ganz chronologisch, sondern packe die einzelnen Bereiche in einen Absatz. So wie die Aufzählung auch weiter oben.  Tatsächlich ist es natürlich so gelaufen, dass ich mit dem ersten Deep Sky Projekt angefangen habe, dann zu den anderen Kameras bin und dann ging es ein paar Stunden mit Deep Sky weiter.  Hoffe das ist jetzt nicht ganz so verwirrend.

 

 

1. Deep Sky mit dem TS65q und der Nikon D5100a: M78 / IC 2087 / M101


Da ich meine Montierung, wie du auf dem oberen Bild ja gesehen hast, zusammengebaut lasse, kann ich die einfach raustragen und muss nur noch die Kabel anschließen. Strom bekomme ich übrigens von der Wohnraum-Batterie über den klassischen Zigarettenanschluss (keine Ahnung wie der Adapter wirklich heißt). Dann heißt es Montierung ausrichten. Dazu bringe ich Polaris im Polsucher an die Stelle die mir die App PS Align Pro anzeigt. Dann führe ich ein 2 Star Alignment durch. Ich finde, das führt zu den besten Ergebnissen. Das dient dazu, dass ich danach über das Goto System jedes beliebige Objekt ansteuern kann. Zur Unterstützung verwende ich da auch einen grünen Laserpointer. Wenn das soweit passt, kann ich das erste Zielobjekt ansteuern.
 
M78, ein kleiner Nebel im Sternbild Orion. Eigentlich ein bisschen zu klein für meine Kombination, aber da im Orion auch so viele kleine Nebelfetzen sind, lohnt sich das sicher auch so.
 
Jetzt ein Test Foto machen. Dazu schraube ich die Iso extrem hoch und belichte aber nur 20-30sek. Das reicht um zu überprüfen, dass M78 auch schön in der Mitte des Bildes sitzt. Wenn das so weit passt, richte ich das Auto Guiding ein. (Wenn du das nicht kennst. Das Auto Guiding besteht in meinem Fall aus einem kleinem Leitrohr (sozusagen, ein Minifernrohr) und einer kleinen Kamera. (Eine Art Webcam) Dieses System kontrolliert die Montierung, dass sie ordentlich läuft. Der Sinn, so können deutlich längere Belichtungszeiten realisiert werden. Paar Infos findest du noch hier.  (Equipment)   Wenn das Guiding gut läuft, schieße ich dann das erste richtige Test-Foto mit den späteren Einstellungen.  Ich habe mich für 10min pro Bild bei Iso 400 entschieden.
 
Da ich jetzt 10min Zeit hatte, wollte ich erst mal schnell eine Kleinigkeit essen. Ich hole mir ja wirklich immer, die Mini-Schinken-Knacker im Rewe. Dazu ein Brötchen mit ordentlich Butter…  Ein Träumchen. Für mich auch mit Nudeln und Tomatensoße das Camper-Essen schlecht hin.

 

Insgesamt konnte ich so ca. 4 Stunden belichten.  In die Bearbeitung kamen aber nur ca. 3 Std.. Ein paar Frames sind nix geworden.

 

M 78 im Sternbild Orion – 3,5 Std (Iso 400, 10min pro Bild)

 

Geplant war danach IC 2087. Dieses ist ein Dunkelnebel. Neuland also für mich. Das schöne, das wechseln zu neuen Objekten ist eine softe Sache, wenn man die Montierung ordentlich ausgerichtet hat. Dann tippe ich einfach IC 2087 ein und die Montierung fährt automatisch dort hin. Dann wieder ein Testfoto, gucken dass das Objekt in der Mitte ist und weiter geht’s. Bei einem Dunkelnebel war das aber nicht ganz so leicht, da man auf dem Foto erstmal nix erkennt. Habe dann versucht mich an Sternen zu orientieren.

Als es in meinen Augen gepasst hat, wieder selben Einstellungen wie oben. Iso 400 und 10min pro Bild. Dann schnell wieder ins Womo. Es war echt bitter kalt. Wecker wieder auf 2 Std später gestellt.
Als ich wieder raus bin um alles zu checken, musste ich feststellen, dass das Teleskop versuchte das Wohnmobil zu fotografieren.  Da kann wohl was nicht stimmen. Schnell war klar, dass der Fehler mal wieder vorm Bildschirm war.  Da habe ich doch glatt verpeilt, dass der Nebel untergeht, ich dachte aber er geht auf und ich könnte den Rest der Nacht Belichtungszeit sammeln.  Das kommt dabei raus, wenn man die Apps falsch bedient, bzw. nur halbherzig schaut.

Hier dann ein aktueller Zwischenstand. Da fehlen natürlich noch viele Stunden. Gerade bei Dunkelnebel braucht man viel Zeit.

 

IC 2087 – Mein erster Dunkelnebel. Gesamt ca 1 Std (Iso 400, Einelbild 10min)

 

 

Jetzt hieß es schnell umplanen und ein anderes Objekt aussuchen. Habe mich spontan für M 101 die Feuerradgalaxie entschieden. Ich finde die extrem cool. Auch wenn meine Brennweite dafür auch etwas klein ist, wollte ich es dennoch versuchen.  Spontan fiel mir auch nix anderes ein. In der zweiten Nachhälfte ist leider nicht mehr so viel zu sehen, was groß genug ist.
Vorgehensweise wie bei den beiden anderen. Einstellungen ebenfalls die gleiche.

 

M101 – Die Feuerradgalaxie. Gesamtbelichtung ca. 3 Std (Iso 400, Einzelbild 10min)

 

 

2. Nachgeführtes 360 Grad Panorama: Nodalpunktadapter auf dem StarAdventurer


Mein erster Versuch ein nachgeführtes Panorama zu machen. Aber erstmal ein Bierchen aufmachen!

Der wackelige Aufbau

Die Schwierigkeiten:
– Wie ihr auf dem Bild seht ist das eine wackelige Geschichte. Der Nodalpunktadapter der schon echt schwer ist, auf den Star Adventurer gepackt. 
– Der Adapter sollte immer in Waage sein;
– Für gewöhnlich sollte man die Nachführung nicht berühren, da die Ausrichtung dann nicht mehr passen könnte und somit die Nachführung nicht mehr ordentlich läuft. Etwas blöd, wenn man aber den Nodalpunktadapter drehen muss.

 

 

 

 

In der Praxis sah das dann so aus. Ich habe ein Foto von 2min Belichtung gemacht, dann mithilfe des Adapters um 30 Grad geschwenkt, geschaut, dass es noch in Waage ist, dann bei der Nachführung kontrolliert, dass Polaris noch an der richtigen Stelle sitzt. Eventuell kleine Korrekturen vorgenommen und dann das nächste Bild. So ging es dann komplett rum.
Für den ganzen Sternhimmel habe ich 2,5 Reihen gebraucht a 12 Bilder. Ich stand also ca. 1 Stunde hinter der Gerätschaft. Und es war brutal kalt. Richtig fies ist es auch die Metalteile dann anzufassen.Eigentlich hatte ich bei der Sache ja ein gutes Gefühl, da es doch gut geklappt hatte. Die Sterne blieben rund was ja primär das wichtigste ist.
Da der Vordergrund aber durch die Drehung der Nachführung, leicht verschwommen war, hatte ich mir überlegt, diesen einfach morgens zur blauen Stunde nochmal extra zu fotografieren. Leider aber hatte die Nacht wirklich alles an Strom gekostet was ich hatte, so musste ich also ohne ordentlich fotografierten Vordergrund nach Hause fahren.
Daheim habe dann auch noch festgestellt, dass ich 2 Bilder vergessen hatte. Unmöglich, dass auszubessern.
Es war auch ein Albtraum diese Bilder zusammenzufügen. Ich habe bestimmt 10x neu angefangen und bestimmt auch 10 Stunden Zeit investiert. Immer gehofft ich bekomme es schon hin.
Das traurige. Es hat nicht wirklich geklappt. 

Ich konnte einen Teil wenigstens dazu nehmen um daraus Einzelbild zusammenzusetzen.

 

Ein kleines Pano aus einem missglückten 360 grad nachgeführtem Panorama

 

 

3. Widefield von Polaris und Orion


Auf die beiden Widefield-Aktionen mit der Sony a7s und dem Sigma 105er habe ich mich ganz besonders gefreut.
Auch wenn ich Orion schon habe, was mir auch echt gut gefällt, hatte ich bock das mal mit der Sony und etwas mehr Brennweite machen. Auch passte Orion mit den 105 mm und Vollformat genau ins Feld. Hatte auch eine gute Vorstellung/Hoffnung wie es dann später ausschaut. Kamera plus Objektiv auf den StarAdventurer gepackt und angefangen loszubelichten. Habe mich für 2min, f5 und iso 1600 entschieden
Die Lights sahen auch aufm Display schon mal gut aus. Zeit hatte ich ungefähr bis 0 Uhr, was ca. 4 Std wären.  Sollte für ein gutes Bild reichen.  
Leider kam es anders.

Noch mehr war ich auf das Polaris Bild gespannt. Dazu wollte ich den Rest der Nacht verwenden.
Damit mir das Objektiv nicht zufriert habe ich ja so hHandwärmer mit Klebeband ans Objektiv geklebt.
Auf der Packung stand, die sollten ca. 8 Std. halten. Das war ein schlechter Witz. Nach 2 Stunden waren sie Eiskalt.  

Leider sind beide Aktionen nicht wirklich das geworden was ich mir erhofft habe. Ich weiß auch nicht genau, was das Problem war, kann da nur spekullieren. Ich hatte keine Gegenlichtblende dran, da wurde mir gesagt, das das bei der Kombi nicht gut ist.  Dann meine ich inzwischen, dass das Objektiv einfach nicht mit der Sony harmoniert und auch nicht für Astro besonders geeignet ist. So eine extreme Vignette habe ich noch nicht gesehen. Das größte Problem ist aber glaube ich den leichten Fehlfokus den meine Sony a7s hat. Bei deep Sky merkt man es nicht wirklich, aber bei objektiven ist die eine Seite schärfer als die andere. Bei weitwinkel sieht man es aber nur wenn man extrem ranzoomed. Bei dieser Kombo scheint es viel stärker ins Gewicht zu fallen.
Ich muss gestehen, das hat mich schon extrem getroffen. Es ist immer sehr ärgerlich wenn man sich auf Bilder freut und das dann nix geworden ist.
So ist das aber mit der Astro. Man weiß immer erst zu Hause ob es wirklich was geworden ist. 

Dank Mario Zauner einem guten Astrofreund, der glaube so großes Mitleid mit mir hatte und vlt auch sorge das ich mir was antue, das er sich das ganze auch mal angeschaut hatte und sogar eine Möglichkeit in Pixinsight gefunden hat, eine Basis zu schaffen, auf der man dann doch aufbauen konnte. Es war zwar dann in Photoshop noch viel Arbeit, aber wenigstens kann man es sich jetzt doch anschauen und muss es nicht wegschmeißen.

Irgendwie ist das auch immer wieder faszinierend an der Bearbeitung von Bildern. Wie oft stecken doch mehr Details drin als man ursprünglich dachte und selbst Daten die man schon entsorgen wollte, sind plötzlich doch zu gebrauchen.
Vielleicht schaffe ich aus dem Polarisbild ja auch noch was zu holen. Man darf gespannt sein. 

 

Orion Widefield – 105mm – 80 x 2min (Iso 1600, f5)

 

4. Startrails mit der Sony a7ii

 

Da die Sony nicht astromodifizert ist, nutze ich diese ganze gerne um zb. Timelapse Aufnahmen zu machen. Dieses Mal, wollte ich aber ein Startrail machen welches nicht aus Timelapse Bildern besteht und schon bei den Aufnahmen länger belichtet wurden. Normal nehme ich immer meine Timelapse Aufnahmen und erstelle daraus ein Startrail.
Hier habe ich 2min pro Bild belichtet. Iso auf 800 und 2 Stufen abgeblendet.
Bei der späteren Bearbeitung musste ich feststellen, dass auf fast jedem Bild mindestens eine Flugzeugspur war. Mit Hilfe von Photoshop habe ich auf jedem Bild die spur wegstempeln müssen. Da kommt richtig Freude auf.

Das Ergebnis seht ihr hier.Schade, dass es keinen tollen Vordergrund gab.  Habe es auch ehrlich gesagt, etwas verzockt. So hätte ich doch das Wohnmobil als Motiv nehmen könne, oder auch nur das Teleskop. Beim nächsten Mal.

 

Startrail – 80 Aufnahmen a 2min

Schade, dass es keinen tollen Vordergrund gab.  Habe es auch ehrlich gesagt, etwas verzockt. So hätte ich doch das Wohnmobil als Motiv nehmen könne, oder auch nur das Teleskop. Beim nächsten Mal.

 

5. Die erste Sommermilchstraße


Einen extra Wecker hatte ich mir dann noch auf 4:30 gestellt. Vielleicht klappt es ja die erste Milchstraße mit Zentrum aufzunehmen. Laut Apps sollte ich so ca. 20min zeit haben. Auch wenn Apps an vielen Stellen echt gute Jobs erledigen, stimmt es nicht immer auf die Minute genau. Dazu kommt noch, dass ich den Stellplatz ja nicht für die Milchstraße geplant hatte. Deshalb musste ich auch das als Vordergrund das nehmen was da war.
Der Wecker musste nicht klingeln, da ich schon vorher wach war. Ich also wieder alle Klamotten an und freudiger Erwartung nach draußen.
Als ich dann grob nach Süd-Osten geschaut habe konnte ich schon teile des Skorpions und Antares aufsteigen sehen.  Links daneben sind also schon teile des Zentrums da.
Mit einem Lächeln beendete ich die Aufnahmen auf die Polaris Region, schraubte das Sony 28mm an die Sony a7s und knipste erstmal blind Richtung galaktisches Zentrum.
Ich erinnere mich noch gern an das letzte Jahr, als wir im März in der Pfalz auf einem Turm das erste Mal wieder das galaktische Zentrum sahen. Das war damals schon ein besonders freudiger Moment. Genauso wie hier.  Ist schwer in Worte zu fassen, aber es ist irgendwie magisch. Ruckzuck war ich auch top fit, mir war nicht mehr kalt und ich hatte richtig Bock drauf los zu knipsen.
Da die Zeit sehr knapp war, erstmal ein kleines Panorama mit dem kompletten Bogen.

Um das Bild noch etwas aufzupeppen, habe ich mich erübrigt als Model zu dienen.  Dazu Timer auf 10sek. stellen und an den Platz rennen, dann auf Kommando 15sek nicht bewegen. Ist immer lustig, wenn das Herz pumpt und man sich nicht bewegen darf. Dann wieder zurück, passt der Standort. Nee, nicht ganz, also nochmal. Diesmal mit Lampe in der Hand. Passt es diesmal. Wieder nicht. Standort ist gut, aber Lampe zu hell. So habe ich dann noch ein paar Versuche unternommen bis der Akku leer war.  
Schnell den Akku aus der anderen Sony holen, der hatte noch ein paar Prozentpunkte übrig.
Dann noch ein paar Fotos geschossen, bis auch dieser erschöpft war. Leider war jetzt keiner mehr übrig. Alle 8 Akkus waren leer. Egal, man sah jetzt eh schon wie die Nacht langsam zu ende war.

Dieses ist dann mein erstes Milchstraßenfoto aus 2018. Vordergrund zwar nix berauschendes, aber man muss manchmal das nehmen was man hat.
Und für mich deshalb besonders, weil es eine spannende und tolle Nacht war, der erste Blick aufs Zentrum, bildete somit einen tollen Abschluss. Wie der Nachtisch nach einem guten Essen!

 

Meine erstes Milchstraßenpanorama in 2018 (Sony a7s, Sony 28mm – Iso 3200, 15sek und f2,5)

Da ich mich ja entschieden hatte, diesen Beitrag so aufzuteilen, dass er nach Projekten ging und nicht chronologisch, wollte ich noch ein paar Worte dazu verlieren, was so am Rande passierte.
Bildlich musst du dir das ungefähr so vorstellen. Die Cams standen so ungefähr 10m von einander entfernt. Wenn ich gehört habe, dass eine ausgelöst hat, bin ich schnell dort hingeeilt, habe geschaut ob es passt. Eventuell Einstellungen verändert.  Das geht dann erstmal mehrfach hin und her. Das ist schon fast Sport.  Macht aber auch Laune, wenn mal alles läuft. Man entwickelt Bilder im Kopf wie es später aussehen könnte. Meist dort zwar viel besser, und im Kopf klappt ja auch alles. Wie du oben gesehen hast, ist das leider nicht so.
Wenn dann aber alles mal läuft, freut man sich, im Womo mal ein paar Minuten die Füße hochzulegen, wärme zu tanken, was zu knabbern und eine Serie oder Film anzuschauen.  

Ach ja, da war ja noch ein Projekt. Die Heizung.

Das ist für mich auch Neuland. Bis jetzt immer nur im Sommer und Herbst unterwegs gewesen.  In der Theorie weiß man ja wie es geht, aber jeder Camper weiß auch, dass viele Sachen schiefgehen können. Ich also Gas an, Hebel umgelegt und dann die Heizung an. Wie sollte es aber auch anders sein. Sie ging nicht. Man hörte zwar das Geräusch als wollte sie loslegen, aber mehr passierte dann nicht. Sah mich schon zitternd unter der Bettdecke mit den Handkissen sitzen. Aber zum Glück fand ich den Fehler noch. Wie sollte es anders sein, es lag an mir.
10 Minuten später war es dann auch tatsächlich mollig warm. Sogar so warm, dass ich meinen Pulli ausgezogen habe. Schon echt eine feine Sache.
Jetzt erstmal Tüte Chips raus, ab aufs Bett legen und Vikings schauen.  Ragnar -Super Typ!

Ich mache es ja auch immer so. Stelle mir pro Forma so auf alle 2 Stunden den Wecker, falls ich mal einschlafen sollte. Gibt nix ärgerlicheres, wenn man denkt, das wird alles schon stundenlang ohne Probleme laufen. Wolken können das Guiding zerschießen, Akkus gehen leer, Eis oder Feuchtigkeit und noch vieles. Deshalb habe ich mir angewöhnt alle 1-2 Stunden mal alles zu checken.
Dazu kommt noch, dass es kaum Objekte am Himmel gibt, die von Anfang bis zum Ende der Nacht zu sehen sind. Deshalb muss man, wenn es soweit ist, das Equipment neu ausrichten.

In den seltensten Fällen werde ich aber vom Wecker geweckt. Es schläft sich nicht so gut, wenn man weiß, dass das ganze Equipment vor der Tür steht. Es müssen nur 2 Leute vorbeilaufen, Stativ plus Cam in die Hand und ich bin ein paar Euros und vor allem Fotos ärmer. Ich mache deshalb auch die Rollos nicht runter, lasse immer Lichtquellen an und positioniere alles vor der Windschutzscheibe. Meine Hoffnung ist, dass ich es dann mitbekomme, wenn da jemand rumdoktort.

Als ich so gegen 23 Uhr draußen war, kam mir mal wieder eine Taschenlampe entgegen. Diese ist aber an der Abzweigung wo ich stand, vorbei, in Richtung Wald. Keine Ahnung, war es ein Spaziergänger, war es jemand der zu Besuch bei einem Kumpel war und das war eine Abkürzung nach Hause oder aber, und dieser Gedanke bleibt leider am längsten. Vielleicht checkt jemand die Lage und guckt was da so los ist. In so Momenten hole ich auch immer das Pfefferspray das mir meine Mutter aufgezwungen hat. Berühigt dann auch ein bisschen.
Ich mich wieder hingelegt, die Sache mit der Lampe inzwischen vergessen, leuchtete es plötzlich vorm Wohnmobil auf. Ich hochgezuckt. Scheiße, was war das denn! Sah ein wenig so aus, als wäre vorm Wohnmobil etwas mit einer Taschenlampe am Werkeln.
Schnell aufgestanden, Klamotten in die Hand und vor zur Windschutzscheibe. Hier hat man doch eine gute Sicht und durch die kleineren Lichtquellen (Displays, Timer usw.) sieht man auch etwas. Equipment ist noch da, kann auch nix auffälliges sehen. Ich mich schnell angezogen, leise die Tür aufgemacht und rausgegangen.
Auch jetzt nix auffälliges. Was war das für ein Licht? Vielleicht ja auch Ausserirdische! Ich stand dann noch ca. 15min wie bestellt und nicht abgeholt, überlegte, schaute mich um, konnte es aber nicht lösen.
Vielleicht doch nur ein Auto, welches auf einem anderen Feldweg gefahren ist. Ich werde es nie erfahren.

 

Nachdem dann alle Akkus aufgebraucht waren und die astronomische Nacht zu ende war, habe ich dann den Kram zusammengepackt, noch eine Kleinigkeit gefrühstückt und bin dann auch schon wieder Richtung Heimat gefahren.
Leider sind ja einige Dinge nicht das geworden was ich mir erhofft hatte, aber alles im allen war es trotzdem eine schöne Nacht mit dem Camper unterm Sternenhimmel.

 

Wenn du wirklich bis hierhin alles gelesen hast, Respekt und danke an der Stelle. Ich hoffe ich konnte dir einen Einblick in so eine Nacht zeigen und vielleicht konntest du ja sogar daraus was mitnehmen.
Mich würde auch deine Meinung zu diesem Beitrag interessieren. Hat es dir gefallen, war es zu lange, was könnte ich besser machen, willst du mehr in dieser Art lesen usw.

Schreibe mir einfach deine Meinung.

 

Liebe Grüße

Felix

 

 

 

 

 

 

 

7 Replies to “Per Camper durch die Galaxies”

    1. fheisig says:

      Danke Dennis. Bei nächsten mal, bereite ich sowas vlt mal im voraus vor. Im nachhinein ist es immer schwer noch bilder zu machen 😉

      Antworten
  1. Markus says:

    ich fand den Bericht auch sehr gut … besonders weil Du auch die Missgeschicke mit aufgenommen hast. So machte das Lesen richtig Spaß. Gerne mehr davon – evtl. trifft man sich ja auch mal. Im Sommer kann ich Dir die Schwarzenbachtalsperre nur wärmstens empfehlen.

    Antworten
    1. fheisig says:

      Danke Markus. freut mich wenn es dich unterhalten hat. Ja, fand ich wichtig, dass gerade die Missgeschicke mit aufgeführt werden. Diese gehören ja auch einfach mal dazu. Und selbst für mich, sind diese ja im Rückblick auch lustig. 😉
      Sehr gerne. Bin immer auf der Suche nach Leuten die Lust haben mal zusammen rauszugehen.

      Antworten
  2. TobyMacPie says:

    Toller Bericht hat mir sehr viel Freude beim lesen bereitet. Und die Bilder sind doch für die Probleme ganz Ordentlich!

    Antworten
    1. fheisig says:

      Vielen Dank Toby. Das freut mich zu hören. JA klar, hast schon recht. Manchmal erwartet man auch vielleicht zu viel. 🙂

      Antworten
  3. Katja says:

    Klasse Bericht, der für wirklich Interessierte sicher nicht zu lang ist! Du sprichst mir in vielen Dinge aus der Seele, auch wenn ich mir i.d.R. nicht so viele Projekte für eine Nacht vornehme. Aber Respekt, dass du alle Vorhaben so durchgezogen hast, auch wenn das Ergebnis nicht immer wie erwartet war. Aber auch das gehört leider zu unserem schönen Hobby dazu…
    Freue mich auf weitere Berichte!

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