So kannst du deine Galaktische Milchstraße mit Lightroom bearbeiten

heute zeige ich dir mal meine Art, wie ich Milchstraßenbilder mit Lightroom bearbeite. Ich denke, dass ich mehrere Beiträge dem Thema Milchstraße schreiben werde. Welche das genau sind, wird sich noch zeigen und ich gehe da auch gerne auf deine Wünsche ein. Wenn du  also etwas Spezielles wissen möchtet, schreib mich hier oder  auf Facebook an. Im ersten Teil werden wir ausschließlich Lightroom verwenden. Die schritte sind aber auch auf andere Programme wie Camera Raw übertragbar.

Der Grund warum ich das mache, mir ist die letzten Tage vermehrt aufgefallen, das sehr viele Fragen zur Bearbeitung gestellt werden. Scheinbar gibt es dann wohl doch nicht genug an Tutorials. 😉 Die meisten Tutorials die ich kenne sind dann aus den Alpen, der Wüste oder anderen dunkle Orte, da ist das bearbeiten allerdings sehr viel einfacher ist. Deshalb habe ich mich entschieden ein Bild aus einem Vorstadt-Gebiet zu nehmen.

 

 

Übersicht:  (mit klick auf das unendlich Symbol gelangst du direkt dorthin)

  1. Milchstraße zum Panorama zusammenfügen (stitchen)
  2. Grundeinstellungen in Lightroom
  3. Gradationskurve
  4. Farbe
  5. Radialfilter, mein Liebster Schritt der Bearbeitung
  6. Kosmetik und die letzten Schritte
  7. Fazit und Vorher Nachher Vergleich

 

 

    1. Milchstraße zum Panorama zusammenfügen (stitchen)

(Zurück zur Übersicht)

Da die Milchstraße ja aktuell sehr gut als Panorama mit kompletten Bogen zu fotografieren ist, nutzen wir dies doch aus. Ich habe deshalb hier mal ein Panorama aus unserem Trip vom Dahner Felsenland genommen.  Du siehst hier 7 hochkant Bilder die ich mit der Sony a7s und dem Sony 28mm fotografiert habe. Einstellungen könnt ihr aus dem Bild herausnehmen.
Wenn du kein Panorama hast, sondern nur ein Einzelbild, kannst du auch direkt zu Punkte 2 switchen
 
 
 

 

 

Diese Bilder sind alle OOC (Out of Cam) Das einzige was ich mache bevor ich die Bilder Stitche,  ist die Profilkorrektur. Das ist auch sehr wichtig, da man sonst oft unschöne Übergänge hat.
Bei einreihigen Panoramas, wie hier, schafft das Lightroom meistens sehr gut. Achtet halt beim fotografieren darauf, dass ihr Lieber etwas größere Bereiche überlappen lasst. Besser zu viel als zu wenig. (30-40% sollten es schon sein)

 

Die Profilkorrektur findest du im Entwickeln Modul
unter den Objektivkorrekturen. Dort das Objektiv
auswählen und das Häkchen setzen. Am besten auch
gleich den Haken für die Chromatische Aberration setzen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Danach gehst du hin, markierst dir alle Bilder, und wählst unten rechts den Button Synchronisieren.

 

Danach alle markiert lassen > rechte Maustaste > Zusammenfügen von Fotos > Panorama auswählen. Das dauert dann einen kleinen Moment.

 

 

Danach sollte sich dieses Fenster öffnen und das Bild sieht dann vermutlich erstmal komisch verzogen aus. 
Hier musst du ein bisschen probieren, welche Methode die beste für dein Bild ist und am schönsten aussieht. In meinem Fall war es Kugelförmig. Perspektivisch passt meist am besten wenn man große Sachen wie Häuser im Vordergrund hat.
Dann setzt du einfach das Häkchen auf Automatisch freistellen oder ziehst den Regler Randverkrümmung nach oben. Ich versuche es meistens mit dem Regler, weil ich da unter Umständen nicht bis zum Anschlag muss. Ob da aber wirklich ein unterschied besteht, kann ich gar nicht sagen.

 

Das Panorama wäre jetzt schon mal fertig! Jetzt geht’s ans eigentliche bearbeiten.

 

2.  Die Grundeinstellungen (Zurück zur Übersicht)

Vorab möchte ich noch sagen, dass es leider keinen Weg gibt der auf alle Bilder passt. Selbst wenn ich mit den gleichen Einstellungen und Equipment fotografiere ist vieles immer ein austarieren der Möglichkeiten. Mal mehr hier von, mal weniger davon. Aber ich nutze schon immer dieselben Regler und viele auch in dieselbe Richtung. 🙂


 – Weißabgleich: Ich gestehe, ich bin Faul und versuche es imer zuerst  mit der Pipette die LR zur Verfügung stellt. Diese findest du links vom Temp. Regler.
Dazu suchst du einen Neutralen Punkt im Bild  zb. zwischen die Sterne. Sollte das noch nicht so passen, probiere eine anderen Stelle.
Wenn es dann farblich ganz gut aussieht, kannst du mit dem Regler Temp und Tönung noch etwas optimieren. Ist es zu blau, den Regler etwas mehr in Richtung Gelb. Willst du mehr Blau, dann etwas mehr in diese Richtung usw.  

 

– Lichter und Tiefen: Lichter könnt ihr fast ganz raus machen und die Tiefen ein gutes Stück rein. Wie weit, da scheiden sich die Geister. Viele drehen sie komplett rein. ich persönlich mag es aufs ganze Bild nicht so. Der Grund. Tiefen hoch, bringt immer rauschen mit sich. Ich mache das dann lieber Lokal mit einem Verlaufs Filter dort wo ich es brauche, oder auch mit der Belichtung oder der Gradationskurve.

 

– Belichtung und Kontrast:   Belichtung kommt auf euer Ausgangsmaterial an, ist es sehr hell würde ich es etwas runter drehen, habt ihr ein sehr dunkles Bild, ruhig auch ein bisschen hoch. in meinem Fall bin ich ein bisschen nach unten. #

 

– Präsenz: Klarheit kann man schon ein bisschen reingeben. Ich mache aber auch hier aufs ganze Bild nicht so viel, da auch die Klarheit wieder viel rauschen mit sich bringt. Meist bleibe ich unter 30. in dem Fall sogar nur +20. Dynamik mache ich meist auch so um die 20-30. Sättigung lasse ich eigentlich immer die Finger weg. Eher ma was weg nehmen.

 

Das war es schon mit den Haupteinstellungen. Jetzt müsste dein Bild doch schon eine ganze Ecke besser aussehen. 🙂

Ich möchte noch ergänzen. Das es auch immer ein hin und her ist. Drehst du zb. die Belichtung etwas hoch, musst du oft mit anderen Reglern wieder gegensteuern. Mit der Zeit bekommt man aber ein Gefühl. Deshalb Anfangs auch gar nicht so extrem bis zum Anschlag. Oft sieht man Bilder wo genau das der Fehler ist. Man macht Blind was man mal gesehen hat. Ich hab in einem Video mal gesehen, Kontrast bis zum Anschlag. Das hat in seinem Fall auch gepasst. Bei meinen noch nie. Ich hoffe ihr versteht wie ich das meine. 🙂

 

 

 

3. Gradationskurve (Zurück zur Übersicht)

Nachdem wir jetzt die ganzen Grundeinstellungen vorgenommen haben, geht es darum der ganzen Sache noch etwas mehr an Details und Kontrast rauszulocken. Dazu nutze ich im ersten Schritt immer die Gradationskurve.  Da bin ich aber immer sehr vorsichtig, da du damit sehr schnell das Bild kaputt machen kannst. Für mich hat sich bewährt, wenn ich die hellen Mitteltöne etwas erhöhe und die dunklen Mitteltöne etwas absenke. Die anderen beiden lasse ich meist in Ruhe. Probiere es einfach mal aus,  was passiert. 
Wenn du jetzt vergleichst siehst du wie die Milchstraße eine ordentliche Schippe an Kontrast bekommen hat, aber ohne störende Elemente.

 

 

 

4. Farbe (Zurück zur Übersicht)

Farbe finde ich ein sehr schweres Thema. Das Problem, es hat sehr viel mit Geschmack zu tun. Ich persönlich mag es schon mal, die Van Gogh Keule auszupacken und es bunter oder auch stärker gefärbt aussehen zu lassen.
Es hängt auch stark davon ab ob du eine Cam mit Astromodifikation hast oder nicht. Ich zeig dir einfach mal was ich hier gemacht habe.
Ich habe versucht das Gelbe etwas zu reduzieren und Lila bisschen mehr ins rote zu ziehen.
Jetzt könntest du auch Blau Rausnehmen oder rein, je nach Bild. Ziehe ruhig mal jeden Regler bis zum Anschlag und schaue auf welche Bereichen sich das auswirkt. So kann man sehr gut erkennen, wo man etwas verändern will und wo man besser nix machen sollte.
Farbe ist aber definitiv ein Bereich wo man mit Lightroom an die Grenzen kommt. (Vielleicht kenne ich aber auch noch nicht alles) 
Deshalb sieht man hier auch nur eine minimale Veränderung.
Das Thema werden wir dann, wenn es an Photoshop geht etwas besser behandeln können.

 

 

 

5. Radialfilter und mein liebster Schritt für die Milchstraße 🙂 (Zurück zur Übersicht)

Der Radialfilter oder auch der Korrekturpinsel ist die Möglichkeit jetzt gezielt noch mal etwas mehr Details zum Vorschein zu bringen. Ich weiß, die meisten wählen da den Pinsel, ich allerdings finde den Radialfilter um Längen besser. Für mich sieht es einfach sauberer aus. Da schütteln jetzt sicher einige den Kopf…… 😉 Aber auch hier gilt, probiere es aus und entscheide selbst. 😉

Das Ziel ist ja immer, dass man einen Bearbeitungsschritt macht, der das Bild besser aussehen lässt und vor allem, dass es natürlich bzw. nicht gemalt aussieht. Es mag zwar jetzt den Anschein machen, dass der Radialfilter doch viel zu grob und ungenau ist. Ja, das mag sein, aber er ist dafür auch gerade an den Rändern sehr unauffällig und das finde ich viel wichtiger.
Als erstes gehe ich hin und ziehe einen Filter über das Zentrum bzw. den stärksten Bereich in der Milchstraße. Welchen Bereich ich meine siehst du im Bild. Dann ist ganz wichtig, das du die weiche Kante auf ca. 90 stellst und die Maske umkehrst. Jetzt wird nur der innere Bereich bearbeitet.
Jetzt darfst du auch die Klarheit voll reinhauen. Ruhig auch mal bis 100 und du siehst dann schon wie die Details dich anspringen, aber der Rest nicht darunter leidet. Um den Effekt noch zu optimieren drehe ich die Lichter, Tiefen, Weiß, Kontraste und Dunst entfernen auch noch minimal nach oben. Gerade die Kombo aus allen 5 sorgt dafür, dass die dunklen Bereiche in der Straße sich besser von den helleren absetzen. Für mich der Schritt schlecht hin.
Wenn du keine modifizierte Cam hast, probiere hier mal, wenn du die Temp und die Tönung so auf 2-8 stellst. Ich finde, dann bekommt sie ein klein wenig mehr rot, was sich positiv abhebt.
Wenn du die Einstellungen gefunden hast, die dir gefallen, dann dupliziere den Radialfilter und legen ihn auf den nächsten Bereich der Milchstraße. Duplizieren kannst du ihn, wenn du mit der rechten Maustaste auf den kleinen Kreis in der Mitte des Radialfilters klickst und dann duplizieren wählst. Das Dubilkat legt er jetzt natürlich direkt oben drauf. Jetzt kannst du ihn einfach verschieben und die Größe anpassen. Das sieht jetzt wahrscheinlich nicht schön aus….. ist normal….. Ich gehe dann hin und reduziere alles ein wenig. Klarheit runter, Lichter,Tiefen und Co etwas senken bis es passt.
Das Ganze dann noch für den letzten Bereich wiederholen. Also den zweiten Radialfilter duplizieren, wieder verschieben, und auch den wieder etwas reduzieren. Ich nehme da dann auch die Temp und die Tönung komplett raus bzw wieder auf 0.
Da musst du jetzt bisschen probieren. Bei manchen Bildern nehme ich den Radialfilter auch nur auf den vordersten Teil.

 

 

 

6. Kosmetik und die letzten Schritte
(Zurück zur Übersicht)

Für die letzten 3 Schritte habe ich jetzt nur einen Punkt gewählt. Hier hab ich auch ein wenig gepennt. Ich habe Schärfen und Rauschen reduzieren zu früh gemacht. Normal sollte das der letzte Schritt sein. Aber in LR ist es nicht ganz so tragisch.

 

 

Schärfen:
Beim Schärfen muss man auch etwas vorsichtig sein, da es bei den Sternen oft nicht mehr schön aussieht. Man kann zwar hier auch in Lightroom Maskieren, aber nur schwer den Himmel außen vor lassen. Maskieren kannst du, indem du die Alt Taste drückst und den Maskierenregler bewegst. Alles was dann weiß ist wird geschärft, schwarz bleibt Außen vor. Ich gehe also immer soweit hoch das nur relevante Kanten weiß sind.
Mit dem Rauschen sollte man auch eher vorsichtiger umgehen, da es sonst sehr schnell verwaschen aussieht und wir wollen ja die Details behalten die wir uns mühselig erarbeitet haben.

 

 

Vignette:
Ich mag es wenn Bilder eine Vignette haben. Es längt den Blick ein bisschen in die Bildmitte. Aber besser nur Dezent und auch mit Weicher Kante.

 

 

Verlaufsfilter:
Was jetzt noch auffällt ist, dass der Vordergrund noch sehr dunkel ist. Hätten wir ganz am Anfang die Tiefen komplett hochgezogen, wäre das nicht der Fall, ich löse das aber lieber mit einem Verlaufsfilter… gut, ich gebe zu, hier ist der Vordergrund jetzt bisschen lau, aber das Prinzip bleibt ja ähnlich. Hast du einen imposanteren Vordergrund, musst du da noch etwas mehr Zeit investieren 😉
Ich ziehe den Verlaufs Filter immer mit einem mittleren weichen Rand so gut es geht über den Vordergrund. Da musst du jetzt schauen was gut aussieht, aber definitiv die Tiefen etwas hochziehen, Lichter raus, geht fast immer.
Viel mehr kann ich dazu jetzt nicht sagen, da das wirklich immer anders ist. Hast du Wasser gelten andere Dinge. Vielleicht schauen wir da nochmal in einem extra Beitrag drüber 🙂

 

 

 

7. Fazit und Vorher Nachher Vergleich (Zurück zur Übersicht)

Wenn du es wirklich bis hierher ausgehalten hast, dann 1000 Dank. Eigentlich wollte ich es deutlich kürzer halten, aber es ist dann doch mehr, als man vorher im Kopf denkt. Ich hoffe es hat dir gefallen und vor allem es hat dir was gebracht.  

Wenn dem so ist, würde es mich sehr freuen, wenn du mir ein Kommentar hier lässt, den Beitrag teilst, oder und vor allem mir mal ein Ergebnis zeigst.
Ich werde dazu einen extra Beitrag auf meiner Facebook Seite schreiben.

Bis dahin, viel Spaß beim nachmachen 🙂

 

 

6 thoughts on “So kannst du deine Galaktische Milchstraße mit Lightroom bearbeiten

  1. Danke Felix! Werde das nächste Bild mal mit deinen Empfehlung und Tips entwickeln. Ich hatte zuletzt den Verlaufsfilter auf den Himmel rechts und links (war ein Hochlantbild) von der Milchstraße gelegt und dort Temperatur und Tiefen / Lichter runtergezogen. Der Tipp mit dem Radialfilter finde ich klasse! Danke!!

    1. Vielen Dank Maya.
      mit den verlaufsfilter, rechts und links kenne ich. habe damit aber auch nie gute Ergebnisse erziehlt. Meiner Meinung nach klappt sowas gut, wenn man super material hat und die milchstraße ohne Bearbeitung schon einem ins Gesicht springt.
      Alternativ kannst du es auch mit der Bereichsreparatur versuchen. Da gibt es viele die das lieber nutzen. 🙂

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